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20.8.–4.10.2020: 
Hybride Identitäten  
Olga Titus  
Andy Storchenegger  
Mit Gastbeitrag und finalem Chaos von Nathalie Bissig  




Die oxyd – Kunsträume sind umgezogen! Nach über 20 Jahren in Wülflingen befinden wir uns neu direkt neben dem Bahnhof Winterthur an der Unteren Vogelsangstrasse 4. Wir freuen uns auf die Eröffnung unseres Ausstellungraumes am 20. August 2020 mit der Ausstellung «Hybride Identitäten» von Olga Titus, Andy Storchenegger und einem Gastbeitrag sowie finalem Chaosvon Nathalie Bissig.  

In derAusstellung «Hybride Identitäten» geht es um die Vermischung, das Collagieren und Neu-Kombinieren von unterschiedlichen sozialen und kulturellen Bereichen sowie deren wechselseitige Beeinflussung. Der Begriff der kulturellen Hybridität prägt diese Art der Auseinandersetzung und meint nicht nur die Vermischung, sondern auch die Anerkennung von Differenzen.  


VERANSTALTUNGEN

Do, 20.8.2020, 18.30 Uhr / Vernissage
Begrüssung durch Nicole Kurmann, Bereichsleiterin Kultur der Stadt Winterthurund anschliessende Performance von Nathalie Bissig in Zusammenarbeit mit Matteo Schenardi.

Hinweis Corona: Unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsvorschriften sowie dem Contact Tracing wird die Eröffnung durchgeführt. Webseite bitte kurz vor Veranstaltung konsultieren, da allfällige Einschränkungen vom Kanton weiterhin möglich sind.

Sonntag, 23.8.2020, 15 Uhr:
Führung durch die Ausstellung mit Peter Grüter (Kurator).
Anmeldungen aufgrund der aktuellen Lage bis zu 15 Minuten vor Veranstaltung via info@oxydart.ch erwünscht, ansonsten gelten vor Ort eine first come, first serve-Basis.

Sonntag, 6.9.2020, 15 Uhr:  
Gespräch mit dem Künstler Andy Storchenegger und Yasmin Afschar (Kuratorin, Kunsthaus Aargau) zum Thema MASKEN. Moderiert von Sandra Biberstein (Coucou – Kulturmagazin Winterthur).  

Samstag, 19.9.2020, 14 Uhr:    
Workshop MASKEN im Tiefziehverfahren mit Andy Storchenegger für Kinder/Jugendliche.
Anmeldung erwünscht bis bis Do, 17.9.2020: info@oxydart.ch
Unkostenbeitrag: CHF 10.–  

Samstag, 19.9.2020
18 bis 19 Uhr: Führung durch die Ausstellung mit den Kunstschaffenden Olga Titus und Andy Storchenegger.  
19 Uhr: Damian Christinger (Kulturhistoriker, Kunstwissenschaftler, Kurator) liest aus seinem für die Ausstellung geschriebenen Essay vor.  

Samstag, 26.9.2020, 19 und 21 Uhr:  
Leseperformance des Multikünstlers Semi Eschamp. Präsentiert von lauschig – wOrte im Freien im Rahmen der Kulturnacht.  

Freitag, 2.10.2020, 20 Uhr / Finissage Teil 1:  
Finales Chaos von Nathalie Bissig in Zusammenarbeit mit der Band Laserwolf sowie einer Theatergruppe aus Uri unter der Leitung von Barbara Fässler und Matteo Schenardi.  

Sonntag, 4.10.2020, 15 Uhr / Finissage Teil 2:  
Führung durchs Chaos und Ausklang der Ausstellung mit Eve Hübscher (Kuratorin)


DETAILS ZUR AUSSTELLUNG


«Hybride Identitäten» bezeichnen – pauschal ausgedrückt – Menschen, die sich zwei oder mehreren kulturellen und sozialen Lebenswelten zugehörig fühlen. Beginnen sie sich mit diesen auseinanderzusetzen, stellt sich die Frage nach der Gestaltung eines Lebens zwischen Kulturen. Im Rahmen der Ausstellung «Hybride Identitäten» geht es um die Vermischung, das Collagieren und Neu-Kombinieren von unterschiedlichen sozialen und kulturellen Bereichen sowie deren wechselseitige Beeinflussung. Der Begriff der kulturellen Hybridität prägt diese Art der Auseinandersetzung und meint nicht nur die Vermischung, sondern auch die Anerkennung von Differenzen. Im traditionellen Kulturverständnis wurden Kulturen lange als homogen, in sich geschlossen und als Träger von stabilen Normen und Werten betrachtet. Laut dem Literaturtheoretiker Homi K. Bhabha zeichnen sich Kulturen jedoch durch ihren stetigen Wandel und ihre Unterschiede – ihre kulturellen Differenzen – aus. Dadurch, dass in Kulturen permanent diskutiert und um soziale Wirklichkeiten gestritten wird, entstehen neue Bedeutungen und Interpretationen sowie Sinn und Unterschiede.

Sichtbar wird die kulturelle Hybridität vor allem in Grenzgebieten, wo sich Kulturen räumlich vermischen. In einer Zeit von globalen Umbrüchen, Migrationsströmungen und digitaler Vernetzung begegnen sich Kulturen jedoch auch über ihre räumlichen Grenzen hinaus. Die Unterschiede werden dabei in politischen Debatten augenscheinlich: Die eigene Identität scheint in Gefahr und bedroht durch das Fremde. Damit aber nicht ausgrenzende, gar rassistische Meinungen die Debatten bestimmen, ist es wichtig, den Blick auf das Verbindende zu richten, nach dem Gemeinsamen zu suchen und sich gleichzeitig mit dem Anderen, dem Unbekannten auseinanderzusetzen, um es zu verstehen. Damit ein Austausch über Ideale und Werte, eine Diskussion über Identität und Tradition stattfinden kann, braucht es Begegnungszonen oder dritte Räume, wie sie Homi K. Bhabha bezeichnet. Solche Orte erzeugen Spannung und bringen neue kulturelle Differenzen hervor. Die Kunst kann ein solcher dritter Raum sein und ein Ausstellungsraum ermöglicht die Begegnungen damit: Denn wenn Kunstschaffende unterschiedlicher Herkunft und mit verschiedenen Ansätzen in einen Dialog treten, produzieren sie nicht nur neue Inhalte und Bedeutungen, sondern treten mit diesen wiederum in einen Dialog mit den Ausstellungsbesucher*innen.